„Mitwirken statt nur zugucken“

Lars Hartwig (42) tritt als Bürgermeister für die CDU und die Grünen in Spenge an

06.09.2020 | Westfalen-Blatt / WB/ von Christina Bode
Ein Platz, an dem sich Lars Hartwig gerne aufhält, ist das Torhaus an der Werburg. Hier hat der 42-Jährige seine Frau Katharina geheiratet. „Für eine Stadt dieser Größe ist das Werburg-Ensemble wirklich etwas besonderes“, sagt er. Fotos: Christina Bode Vo
Ein Platz, an dem sich Lars Hartwig gerne aufhält, ist das Torhaus an der Werburg. Hier hat der 42-Jährige seine Frau Katharina geheiratet. „Für eine Stadt dieser Größe ist das Werburg-Ensemble wirklich etwas besonderes“, sagt er. Fotos: Christina Bode Vo

Spenge (HK). „Joggen und die Politik haben eines gemeinsam: bei beidem braucht man einen langen Atem“, sagt Lars Hartwig. Zum zweiten Mal kandidiert der CDU-Ratsherr als Bürgermeister, in diesem Jahr tritt er sowohl für die CDU als auch für die Grünen an.

Bereits zu Schulzeiten war der heute 42-Jährige politisch aktiv und engagierte sich in der CDU-Jugendorganisation. „Schon damals hat es mir Spaß gemacht, aktiv mitzuwirken und nicht nur zuzugucken“, sagt Hartwig. Dieses Engagement hat er beibehalten: Hartwig engagiert sich seit 2009 aktiv als Ratsmitglied in der Spenger Politik und blickt jetzt optimistisch auf die bevorstehende Kommunalwahl. „Ich nehme wahr, dass sich mehr Menschen als sonst für Politik interessieren und vieles hinterfragt wird. Beim Haustürwahlkampf habe ich viel positives Feedback bekommen, sodass ich zuversichtlich bin, ein gutes Wahlergebnis zu erreichen“, sagt er.

Nach Feierabend schnürt der Diplom Kaufmann gerne die Laufschuhe. „Aus eigener Erfahrung weiß ich darum, dass viele Fuß- und Radwege in einem schlechten Zustand sind und hier dringend etwas getan werden muss“, sagt er. Damit Spenger das Auto öfter zu Hause lassen können, müssten nicht nur die Radwege sondern auch die Busverbindungen – vor allem in die Ortsteile – besser werden. „Der Bürgerbus ist schon eine tolle Institution, allerdings wäre es wünschenswert, alle Ortsteile anzubinden“, sagt Hartwig.

Ein großes Anliegen ist dem 42-Jährigen außerdem die Wirtschaftsförderung in der Stadt. „Spenge ist eine Schlafstadt“, sagt er. Für das Gemeinschaftsleben wäre es schöner, wenn mehr Menschen vor Ort arbeiten könnten. „Wir müssen dafür sorgen, dass vorhandene Flächen an Firmen vermittelt werden, die Interesse haben, sich zu vergrößern oder neu zu bauen. Das würde gleichzeitig auch die Gewerbesteuereinnahmen erhöhen und wir könnten die vergleichsweise sehr hohen Grundsteuersätze auf das niedrigere Niveau der Nachbarstädte einpendeln“, sagt Hartwig.

Die Corona-Krise habe gezeigt, sagt der zweifache Vater, dass Betreuungsplätze für Kinder dringend gebraucht werden. „Wir müssen hier bedarfsgerecht ausbauen und vor allem bei den U3-Plätzen aufstocken“, sagt Hartwig. Darüber hinaus will er sich dafür einsetzen, die Elternbeiträge für alle Einkommensgruppen zu senken. „Betreuung muss attraktiv und erschwinglich sein“, meint der 42-Jährige. „Mein Wunsch ist es, dass langfristig die Kinderbetreuung wie der Schulbesuch kostenfrei angeboten wird.“

Auch sähe er sich als Bürgermeister bei der Integration von Asylbewerbern in der Pflicht. „Menschen aller gesellschaftlichen Gruppen sollten an politischen Entscheidungen teilhaben können. Ich würde dieses Thema gerne in die Hand nehmen und alle an einen Tisch holen“, sagt er.

Positiv findet Hartwig die Entwicklung des Werburg-Ensembles. „Aus einer Ruine ist dort etwas wirklich Tolles entstanden“, sagt er. Das Vorzeigeobjekt sei das Torhaus, in dem Hartwig selbst seine Frau Katharina geheiratet hat. „Aber auch das Herrenhaus ist sehr gelungen. Im Innenhof finden immer wieder tolle Veranstaltungen statt. Für eine Stadt dieser Größe ist das nicht selbstverständlich und ich bin sehr stolz, dass wir so etwas haben.“

Eine Stelle, an der allerdings noch ein Konzept fehle, sei der Lönsweg. „Die Verwaltung hat noch keine Antwort gefunden, wie man vor allem den hinteren Bereich aufwerten kann“, sagt der CDU-Politiker. Während der vordere Bereich mittlerweile sehr gelungen sei, würden die unansehnliche Toilettenanlage und der leer stehende Supermarkt nicht unbedingt Menschen in den Lönsweg locken. „Man sollte die Gelegenheit des Kita-Neubaus an der Poststraße nutzen, um an dieser Stelle Veränderungen zu bekommen“, sagt Lars Hartwig.

Das Bürgermeisteramt sei für ihn eine Herausforderung, der er sich gerne stellen würde. „Zusammen mit den 120 Mitarbeitern, die fachlich sehr versiert sind, würde ich gerne die Stadt weiterentwickeln“, sagt er.